Zweiter Preis des Wettbewerbs:
Thomas Etschmann, wenn nicht der erfolgreichste, so doch zumindest der musikalischste dieses Abends, hatte Bach, Paganini und Brouwer gewählt, die alle Facetten einer sensiblen Persönlichkeit sichtbar machten, die von einem sichtbaren poetischen Anspruch belebt wird.
Verinnerlicht im Grave der zweiten Suite für Solovioline von J.S. Bach, Iyrisch und aufgeheitert durch die sehr romantische Romanze von Paganini spielte er die wohlverstandenen Komponisten mit Klarheit und Gefuhl. Die »Paisaje cubano« von Leo Brouwer wurde mit der Überraschung, dem Humor und dem Erstaunen des Wanderers wiedergegeben, der ein Land zum ersten Mal entdeckt.
Merlin von Steven Dodgson profitierte von der sehr intelligenten Lesart und Thomas Etschmann gelang es, die Struktur eines zyklischen Werkes zu erhellen, das um leicht wiedererkennbare Themen herum gegliedert ist, die auf speziellen technischen Prinzipien aufgebaut sind, wie Akkorde, Bindungen, Pizzicati.
Daher durfte man für ihn das oberste Treppchen des Podests erhoffen. Die Mitglieder der Jury entschieden anders, aber jede Wette, daß es Thomas Etschmann unter anderen Bedingungen wieder gelingen wird, uns die absolute Aufrichtigkeit seines künstlerischen Engagements zu vermitteln.
erschienen in Les Cahiers de la Guitare