Eine tolle Idee, wie sich bald herausstellte, da man noch selten vier annähernd gleichrangige Virtuosen so verschiedener Stilrichtungen an einem Abend hören konnte. Mitten in den brasilianischen Dschungel entführte Thomas Etschmann schon im ersten Stück des Abends mit Götterbeschwörung, Trancetanz und Fest. Entschlossen und mit großer Hingabe intonierend, leicht und flink und mit wunderbarer Dynamik gelangen ihm die jagenden Melodien über den ostinaten Bassfiguren von Roland Dyens Saudade No.3
Pappsüß danach die Tremolo Bienchen im Blumengarten einer Komposition aus Paraguay, bewußt gefolgt von den rhythmisch und tonal völlig exzentrischen Tiraden der Komposition »Clocks« von Joan Tower. Abschließend große Versöhnung mit dem faszinierten Publikum mittels eines leisen, superzarten »Agua e Vinho« von Egberto Gismonti.
[…] Nach furiosem Duo (»Guardian Angel« von John McLaughlin) mit dem insgesamt gitarristisch herausragenden Thomas Etschmann kamen alle Künstler nocheinmal gemeinsamen auf die Bühne und brachten den Saal mit einigen virtuosen und spaßigen Zugaben zum Kochen.
erschienen in AZ